Leseproben

Im Folgenden ein paar Leseproben aus meinem neuesten Gedichtband „Als ich ein Fisch war“:

 

Wir leben uns
Alles wird beginnen!
Und so gingen wir
Vom Wind getrieben
Zum Meer,
Unserem Leben,
Dem Ursprung von allem,
Dem Ursprung der Seele,
Des Geistes,
Unseres Körpers.
Wir existieren
Und wir kamen, um zu sein,
Zu gestalten und zu bewahren,
Mit dem Reichtum unseres Lebens,
Mit den Händen und dem Verstand.
Verstand kommt von verstehen,
Verstehen heißt ergründen
Und ohne Grund kein Leben.

 

Krücken der Nacht
Vögel vom molligen Walde her,
Ihr singt mir baldrial
Halodreiste Melodien
Klamm im Nachtgesang.
Inbrünstiger Brust bewogen,
Verwoben im kahlen Gebüsch,
Im ewigen Dunst verflogen,
Zerfiedert und verwischt.
Scheinheilig unbehelligt,
Herrlichkeiten ihr mir ragt
Liebend unbeflissen,
An Herzenskräutern ihr euch labt.
Und lauthals wilde Vögel fielen
In dunkelreifes Beerenblut,
Prompt feist und fett ihr bracht
Dem treuen Schlafensmanne
Die tiefste, tiefste Tropennacht.

 

Alte Päsjen
Die Alten standen fest
Auf Gründen kühl und schlamm,
Das Wasser spült die Poren,
Wellen kämmen stramm.
An den Stöcken Netze,
Des Fischers ewig Brot,
Liebe zu den Plötzen
Trieb des Fischers Boot.
Die Zeiten, wie sie treiben,
Die alten Wimpel wehen,
Vergraut und doch verbleiben
Sie im Weltgeschehen.

 

Strichliste
Sieben fünf
Und fünf drei sieben
Fünf drei neun
Und neun drei fünf
Sieben eins drei vier fünf sechs
Drei fünf drei fünf
Zwei vier fünf sechs
Drei zwei drei zwei
Sieben eins drei zwei
Fünf sieben drei
Eins und eins und drei und drei
Zwei vier fünf sieben
Sieben und acht
Acht und sieben
Fünf sechs neun
Und zwei verblieben.

 

Zionsblüte
Still war sie
Ganz unerkannt,
Sie schrieb
Und ich erwägte,
Schwanger ihre Worte waren,
Ohne Zwänge,
Ohne Ängste,
Trieben mich
Gleich dem kühlen Wasser
So edel gar den Berg hinab
In den reichen Genuss der Leichtigkeit.
War ich still,
Ganz Resonanz,
Still, so auch der Atem.
Ohne mich zu regen,
Fing sie mich,
So ließ ich mich nieder
In Wahrnehmungs Blüte,
Denn wertvoll war sie
In Momenten der stillen Betrachtung,
Im Fluge der Pfauenfeder,
Im Golde des Regens,
Just ihr Tiefsinn
Spülte mich hinfort.

 

Als ich ein Fisch war
In der Weite ziehen Wolken
Die Weite in das Land,
War das Land, die Träume,
Die ich in mir wiederfand.
Stand ich staunend vor dem Meer,
Sah die Welt bewegen
Aller Schönheit fand ich her
Und ließ mich wiederkehren.

 

Marta Pfahlata
bata bata bibata
bata bata bibum
bata bata bibata
bata bata bibum
bata bata bibumbata
bata bata bibumbum
bata bata fata
mata organa
fata fata morganabata
bibum bumbata
morgana bibumfata
fata fata
fata morgana
bibum bata.
bibum bibum
bibum bibum
bibum bata
bata bata
bibum granata
marta pfahlata

 

Bleiglas
Im Schutz Cäciliengeistes
Blüht die Kerze hold,
Spektral gezähmt
Die Annatur
Im geflohenen Geflecht berungen,
Nie bedacht, bald vergrämt und bald verklungen.
Nur ein Welttheater sang uns
Heilig Sterne radial,
Sinnentblößt nun tönten
Die Psalme stummer Randgeleite.
Mond bei Stille,
Trägt die vagen Schatten uns,
Hinauf ins arme Himmelsreich.
Mond bei Stille schlägt uns weich
Die müden Lider zu,
Stimmt uns mild und
Kühlt uns aus.
Im Eifer des Traums
Verfremdet der Mut!
Gelöst und aufgelöst
Ziehen wir im geweihten Schein
Ins Dämmerlicht der Horen.

 

Fischersmahl
Sprotten auf den Tisch,
Ne halbe Stippe,
Er beklagt sich nicht,
Ermahnt er doch zur Sitte.
Gegerbt vom tiefen Wetter,
Ruhe sitzt im stoisch Herz,
Er schlürft still seine Stippe,
Wenn Fluten brechen an der Klippe.
In der Kate weilt der Geist,
Auf dem Meere Sturm,
Der Fischer kehrt zurück ans Werk
Was soll er anderes tun?

 

© Verwendung der Gedichte nur mit Erlaubnis des Verfassers

 

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